Japanische Koi

Der heute verwendete Name Koi entstand aus dem japanischen Begriff „Nishikigoi“, was übersetzt so viel wie „bunter Karpfen“ oder „Brokatkarpfen“ bedeutet. Erste Quellen berichten über den anmutig bunten Fisch bereits aus der Zeit um 1000 nach Christus. Als „Geburtsstätte“ des Nishikigoi gilt die Präfektur Niigata. Die ersten japanischen Nishikigoi sollen hier in der Zeit zwischen 1804 und 1829 entstanden sein. Zu jener Zeit begann man in Japan, die Koi-Zucht systematisch zu betreiben. Erste Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Bereits nach wenigen Koi-Generationen brachte die Zucht weiße Koi und Koi mit roter Zeichnung auf weißem Grund hervor. Damals wie heute wurden die weißen Karpfen Shiro Muji genannt. Die weiß grundierten Koi mit rotem Muster hingegen waren wahrscheinlich erste Formen der heute als Kohaku bekannten Varietät. Im 20. Jahrhundert kam eine Vielzahl weiterer Zuchtvarianten hinzu. Trotz der jahrhundertelangen Geschichte des Koi – seinen endgültigen Siegeszug um die Welt trat der Brokatkarpfen erst in den 1960er Jahren an.

Die Vermehrungsreife des Koi hängt unmittelbar von seiner Haltungstemperatur ab. In warmen Regionen beziehungsweise bei der Haltung in dauerhaft warmem Wasser tritt sie deutlich eher ein als in unseren Breiten. In tropischen Regionen, beispielsweise in Thailand, können die Männchen schon mit fünf bis sechs Monaten, die Weibchen mit ein bis zwei Jahren geschlechtsreif werden.

In unserem deutlich kühleren Klima hingegen brauchen die Männchen mindestens zwei bis drei Jahre, die Weibchen sogar drei bis vier Jahre bis zum Erreichen der Geschlechtsreife. Auch können Koi bei tropischen Temperaturen das ganze Jahr über ablaichen, bei uns jedoch nur, wenn bestimmte Anforderungen erfüllt sind. Zum einen muss die tägliche Beleuchtungsdauer über einen längeren Zeitraum mindestens zwölf bis dreizehn Stunden betragen. Zum anderen muss die Wassertemperatur dauerhaft zwischen 18 und 25 Grad Celsius liegen. Das Futterangebot für die Tiere muss in dieser Zeit besonders reichlich sein.

Bei jungen, nicht geschlechtsreifen Koi ist die Geschlechterbestimmung nicht möglich. Mit absoluter Sicherheit können nur geschlechtsreife Koi unterschieden werden, und das auch nur während der Laichzeit.

Schlank und oft auch kleiner als die Weibchen, zeigen die Männchen (Milchner) zu dieser Zeit an Kopf und Brustflosse eine pickelartige Hautveränderung, den sogenannten Laichausschlag. Auch sind die Brustflossen des Männchens gewöhnlich größer und spitzer als die des Weibchens. Die Weibchen (Rogener) hingegen haben kürzere und stumpf abgerundete Brustflossen. Die Weibchen wirken zur Laichzeit vergleichsweise dick.

Zwar ist es in unseren Breiten also durchaus möglich, Koi zu züchten. Bei der zufälligen „Zucht“ im heimischen Teich ist fachlich allerdings eher von Vermehrung zu sprechen. Ganz abwegig ist dieser Gedanke der heimischen Koi-Zucht jedoch nicht, denn die daraus hervorgehenden Jung-Koi sind zumindest von ausgesprochen robuster Natur.

Züchterisch hochwertige Koi hingegen kommen nach wie vor aus Japan. Dort erfolgt die Zucht nicht wahllos oder zufällig, wie es im heimischen Teich der Fall wäre. Stattdessen findet dort eine hoch spezialisierte Linienzucht statt, die Merkmale wie Körperform, Farbe und Hautbeschaffenheit bei der Auswahl der Zuchttiere berücksichtigt. Zur Zucht werden nur solche Tiere zugelassen, die entsprechend gewünschte Kriterien aufweisen. Diese selektive Zuchtart ist ausgesprochen arbeitsintensiv und erfordert sehr viel Sorgfalt und Erfahrung.