Wie werden Koi Karpfen gehalten?

Experten und Fischforscher streiten sich immer wieder über die Herkunft der Koi Karpfen. Einige behaupten, dass der Koi Karpfen aus dem Donauraum stammt oder dieser im Schwarzen Meer heimisch ist. Andere wiederum meinen, der Koi Karpfen sei im Aralsee oder eher im Kaspischen Meer beheimatet. Nachgewiesen ist allerdings, dass der Koi Karpfen in der Volksrepublik China gezüchtet wird. Nach Überlieferungen konnte bewiesen werden, dass die farbigen Karpfen schon im 11. Jahrhundert vor Christus in diesem Land gezüchtet und aufgezogen wurden. Somit konnte auch eine Fischzucht in der Volksrepublik China ausgemacht werden, welche die älteste Fischzucht von Koi Karpfen besitzt.

Eine weitere Fehlinterpretation ist, dass der Koi Karpfen Japan als Ursprungsland nicht einnehmen kann. Wie der Koi die japanische Region wirklich übernommen hat, ist noch immer umstritten daher nicht zu beweisen. Seinen Namen erhielt der Koi Karpfen durch sein farbenfrohes Aussehen. Auf Japanisch heißt Karpfen auch Koi. Darum wurde dieser Name dem Farbkarpfen verliehen, der auch als Koi oder eben auch als Koi Karpfen bekannt wurde. Seine farblichen Zeichnungen gleichen japanischen Schriftzeichen, die ebenfalls dafür aussagekräftig waren, dass der Karpfen den Namen Koi Karpfen verliehen bekam.

Farbliche Unterschiede der Koi Karpfen

Die farblichen Unterschiede sind entscheidend, um welche Züchtung es sich dabei handelt. Im Besonderen liegen dabei die Grundfarben Rot, Schwarz, Gelb und Blau vor. Die unförmigen Zeichnungen, die ebenfalls in den Farben Schwarz, Rot oder Gelb vorhanden sind, lassen erkennen, aus welcher Züchtung der Koi Karpfen eigentlich stammt. Dabei werden verschiedene Züchtungsformen unterschieden.

Der Kohaku Farbkarpfen weist mehrheitlich eine weiße Grundfarbe auf. Auf dieser Farbe entstehen die Pigmentflecke, die in den Farben Schwarz oder Rot ausfallen. Hierbei handelt sich weitgehend um unförmige Flecken, wobei die Schwanzflosse sowie der Kopf nicht davon betroffen sein sollten.

Der Sanke besitzt ebenfalls eine weiße Grundfarbe, doch bei dieser Züchtung liegt der Schwerpunkt an den größeren roten Flecken, die mit kleinen schwarzen Flecken die Zeichnung des Farbkarpfens ausmachen.

Der Showa überzeugt durch seine drei Farben, wobei hier eine schwarze Farbe als Grundfarbe dient. Die Ausgeglichenheit der farbigen Flecken ist bei diesem Farbkarpfen sehr bedeutend.

Einen wesentlichen Unterschied besitzt der Utsurimono. Dieser Farbkarpfen besitzt ebenfalls eine schwarze Grundfarbe. Die Zeichnungen werden aber durch rote, gelbe oder weiße Flecken gegliedert. Besonders spektakulär ist dabei der Shiro Utsurimono, der durch die Grundfarbe Schwarz und seiner weißen Zeichnung wie ein schwarzweißer Koi Karpfen aussieht.

Bei der Bekko – Züchtung sind die Grundfarben je nach Züchtung des Farbkarpfens unterschiedlich. Hierbei spielen die Farben Rot, Weiß und Gelb als Grundfarben eine wichtige Rolle. Mehrheitlich ist der Koi Karpfen dabei mit schwarzen Flecken übersät. Doch damit die Züchtung als erfolgreich anzusehen ist, dürfen die schwarzen Flecken am Kopf nicht zu sehen sein.

Der Asagi genießt wohl die älteste Züchtungsform aller gezüchteten Farbkarpfen. Hierbei handelt sich um einen Koi Karpfen, der mit einer blauen Grundfarbe ausgestattet ist. Kennzeichnend für diesen Koi sind die roten Flecken an den beiden Backen. Je nach Züchtung kann die Zeichnung durch dunkelblaue Zeichnungen oder auch eine umgekehrte Farbsättigung erfolgen.

Der Kawarimono ist eine Zuchtform, bei der immer wieder experimentiert wird. Damit erkannt werden kann, dass es sich hierbei um einen reinen Kawarimono handelt, sollten die Farben eine volle Sättigung aufweisen, die ohne maßgebliche Verfärbungen prächtig leuchten.

Mit dem Tancho haben sich die Züchter der Koi Karpfen einen langen Traum erfüllt. Seine weiße Grundfarbe lässt die roten Farbpunkte sichtlich herausstechen. Mit dieser Zeichnung vergleichen die Züchter auch die japanische Nationalflagge, denn auch bei dieser ist die Grundfarbe Weiß, wobei sich ein roter Farbpunkt in der Mitte der Flagge befindet.

Eigenschaften von Koi Karpfen

Der Koi Karpfen ist ein sehr edler Fisch. Sein farbenprächtiges Aussehen, seine Widerstandsfähigkeit und sein Alter lassen den Koi Karpfen erstrahlen. Für Liebhaber ist der Koi eine Wertanlage, welche mehrere 1.000 Euro erreichen kann. Natürlich ist es dabei sehr wichtig, dass die Koi Liebhaber auch über den Koi Karpfen Bescheid wissen. Der Koi Karpfen strahlt Mut und Stärke aus. Der Koi Karpfen ist auch ein Statussymbol für Kraft. Einige Gewässer, in denen sich Stromschnellen von höchstem Maß befinden, werden ebenfalls von Koi Karpfen besiedelt. Die starke Schwanzflosse, mit der ein Farbkarpfen ausgestattet ist, gibt ihm so viel Kraft, dass dieser diese Stromschnellen meistern kann. Auch über kleinere Wasserfälle kann der Koi Karpfen hinauf schwimmen und ist somit nur eine von wenigen Fischarten, die mit diesen Eigenschaften ausgestattet ist.

Die Koi Karpfen haben durch ihre unterschiedlichen Färbungen auch unterschiedliche Bedeutungen. Der blaue Asagi Farbkarpfen steht für Lebensfreude und Harmonie. Doch auch die anderen Koi Karpfen besitzen Eigenschaften, denen Glück und Freude oder sogar Stärke und Kraft nachgesagt wird. Zu dieser Gattung gehört vor allem der Butterfly Farbkarpfen. Sein drachenähnliches Aussehen verleiht ihm Kraft, Mut und Selbstvertrauen. Die Bedeutung der Koi Karpfen ist besonders in Japan sehr beliebt. So wird dem Koi Karpfen nachgesagt, wenn dieser eine bestimmte Anzahl von Wasserfällen, die eine besondere Aneinanderreihung haben, bezwingt, wird er als Drache in die Lüfte emporsteigen.

Aufzucht von Koi

Die Aufzucht und Haltung der Koi Karpfen ist besonders eindrucksvoll. Die Farbkarpfen werden vor allem in großen Teichen gehalten, in dem sich glasklares Wasser befindet. Dies dient dazu, dass sich Keime, Pilze und Parasiten im Wasser nicht halten können und durch das Sonnenlicht weitgehend abgetötet werden. Lediglich ein kleiner Teil dieser Parasiten kann im Wasser überleben, doch diese sind zu schwach, um ein Fischsterben auslösen zu können. Auch auf den Keimbefall wird sehr großes Augenmerk gelegt.

Je mehr Farbkarpfen sich im Teich befinden, desto größer ist das Risiko, dass sich die Tiere gegenseitig anstecken könnten. Aufgrund des Tageslichteinfalls wird aber dies soweit im Zaum gehalten, dass keine bösen Überraschungen bei der Aufzucht drohen. Die Teiche, welche zur Aufzucht dienen, sind naturbelassene Teiche, an denen ebenfalls Fischreiher gehalten werden. Dies fördert die Beweglichkeit des Farbkarpfens. Außerdem werden dadurch die Ausdauer und die Kraft der Schwanzflosse gestärkt. Die Teiche sind mit Steinen und Pflanzen umgeben, so dass die Koi Karpfen sich auch auf natürliche Weise verstecken können. Zum Laichen werden sogenannte Ablaichbürsten verwendet, die das Risiko um ein Vielfaches reduzieren, dass die Eier von einem Pilzbefall heimgesucht werden können. Die direkte Sonneneinstrahlung auf die Teiche wird durch Sträucher verhindert, um den Koi Karpfen einen Sonnenbrand zu ersparen.

Haltung der Koi Karpfen in privaten Koiteichen

Der farbenfrohe Koi Karpfen fühlt sich im natürlichen Süßwasser besonders wohl. Direkte Sonneneinstrahlung ist dabei zu vermeiden, denn diese Fische neigen dazu, sich schnell einen Sonnenbrand einzufangen. Dies ist wiederum ein Nebeneffekt der teilweise fehlenden Farbpigmente, die der Koi Karpfen besitzt. Für die Haltung der Koi Karpfen eignet sich ein naturbelassener Teich, auf dem sich am Boden des Teiches Kies befindet und mit einigen Wasserpflanzen dekoriert ist. Der Wasseraustausch sollte allerdings gegeben sein, damit das Wasser mit genügend Sauerstoffbläschen angereichert wird. Die Regel besagt, dass für rund 1.000 Liter Wasser ein Koi Karpfen Platz finden sollte. Weil sich allerdings ein Koi Karpfen sehr einsam fühlt und der Farbkarpfen ein Leben im Schwarm gewöhnt ist, sollten mindestens 4 bis 5 Farbkarpfen den Teich bewohnen. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Eigenschaften der Tiere. Koi Karpfen können Längen bis zu 60 Zentimeter erreichen. Darum ist es maßgeblich, dass der Teich auch eine angemessene Fläche aufweist, damit sich der Koi Karpfen auch ausgiebig bewegen kann. Das Alter eines Koi Karpfens wird mit etwa 30 Lebensjahren bestimmt.

Krankheiten, die einen Koi Karpfen befallen können

Ein Koi Karpfen besitzt ein sehr robustes und widerstandsfähiges Wesen. Doch dieser Schein trügt manchmal, denn obwohl ein Farbkarpfen als äußerst kräftig und stark eingestuft wird, sind diese Fische auch ziemlich empfindlich und reagieren bereits auf die kleinsten Veränderungen. Sobald ein Koi Karpfen unter Stress gerät, sei es durch Menschenhand oder durch andere Umwelteinflüsse, kann dieses schon eine Erkrankung hervorrufen. Die Erkrankung an Karpfenpocken könnte somit der Fall sein. Die Krankheit ist relativ leicht und schnell zu heilen. Doch dieses Beispiel zeigt, dass ein Koi Karpfen, obwohl dieser von Kraft nur so strotzt, auch sehr sensibel auf gewisse Veränderungen reagiert und diese schnell wahrnimmt.

Ein weiteres Krankheitsbild stellt sich ein, wenn sich die Wassertemperatur des Koi Karpfens verändert. Koi Karpfen lieben das warme Wasser. Doch sobald sich die Temperatur verändert, können sich Parasiten im Wasser ausbreiten und die Fische befallen. Diese Parasiten haben auf die Gesundheit des Karpfens nur sehr wenig Einfluss. Doch diese Parasiten neigen dazu, dass diese mikroskopisch kleinen Tiere einen Juckreiz auf der Haut der Fische erzeugen. Der Besitzer von Koi Karpfen erkennt diesen Befall, wenn sich die Tiere vermehrt an den Steinen, die sich am Boden des Teiches befinden, kratzen. Aber der Befall der Parasiten löst auch eine Immunschwäche bei den Tieren aus. Dadurch können sich Krankheitserreger schneller im Tier vermehren und dieses erkranken lassen.

Ein weitere ernst zu nehmende Krankheit, welche Koi Karpfen befallen können, ist das Koi Herpes Virus, auch kurz KHV genannt. Diese Erkrankung wird von einem Virus ausgelöst, der sehr schnell um sich greift und bereits nach kurzer Zeit können alle Fische infiziert sein. Darum sind regelmäßige Kontrollen durch einen Tierarzt erforderlich. Im Frühstadium können die Koi Karpfen mittels eines Präparates, das auch ein Antibiotikum einbindet, behandelt werden. Dies ist aber nur von einem Arzt zu verabreichen, da die Koi Karpfen diesbezüglich schnell eine Überdosierung wahrnehmen. Sollte der Virus allerdings nicht schnell genug erkannt werden, so droht den gesamten Teichbewohnern der Tod. Dieser Virus ist aber meist nur für Züchter gefährlich, weil sich die Koi Karpfen oftmals in den Teichen eng aneinander tummeln. Auch beim Ankauf von einem Koi ist darauf zu achten, dass dieser nicht bereits mit einem Virus befallen ist und die anderen Koi Karpfen anstecken könnte. Deshalb sollte bei jedem Ankauf der Tierarzt konsultiert werden, der den Fisch auf dieses gefährliche Virus untersucht und eventuell sofort mit einem Medikament behandelt.