Koi kaufen – was gilt es zu beachten?

Koi Karpfen können heute auf verschiedenen Wegen bezogen werden. Damit ein Käufer mit dem Kauf seines Koi zufrieden ist, gilt es, verschiedene Dinge zu beachten. Vor dem Kauf eines Koi gilt es zunächst sicherzustellen, dass dem Koi ein angemessener Lebensraum zur Verfügung steht. Bezüglich des Platzes, den ein Koi benötigt, gibt es verschiedene Angaben. Laut Experten lässt sich festhalten, dass für die Haltung eines einzelnen Koi ein Teich vorhanden sein sollte, der ein Fassungsvermögen von rund 1000 Litern Wasser hat. Hintergrund dieser Richtgröße ist unter anderem der, dass manche ausgewachsene Koi eine Länge von bis zu 1 Meter erreichen können. Gerade, wenn mehrere Tiere gemeinsam gehalten werden sollen, ist ausreichend Wasser auch wichtig, um eine mögliche Verbreitung von Krankheitserregern unter den Tieren einzuschränken.

Aus letzterem Grund sollte für eine artgerechte Haltung eines zu kaufenden Koi dessen zukünftiger Lebensraum mit einer ausreichend starken Filteranlage versehen sein. Eine solche Filteranlage sorgt unter anderem dafür, dass das Wasser im Koiteich nicht trübe wird. Vor einem Koi-Kauf sollte darüber hinaus gewährleistet sein, dass dem Koi auch zum Überwintern ein ausreichender Lebensraum zur Verfügung steht.

Bevor die Entscheidung für den Kauf einer bestimmten Koi-Variante fällt, kann es sich empfehlen, sich zunächst ausführlich mit den möglichen Arten und Farbkombinationen von Koi vertraut zu machen, die gegenwärtig am Markt angeboten werden. So kann eine spätere Auswahl vor Ort häufig vereinfacht werden. Zu beachten ist bzgl. der Farbgebung von Koi, dass sich das Muster der Tiere erst mit steigendem Lebensalter voll ausbildet. Dies ist auch ein Grund dafür, dass die Anschaffungskosten für junge Koi meist unter denen älterer Tiere liegen.

Koi kaufen beim Züchter/Händler

Ist die Entscheidung gefallen, einen Koi beim Züchter/Händler zu kaufen, so kann es sich durchaus empfehlen, sich zunächst das Angebot mehrerer Anbieter anzusehen. Vor Ort ist es etwa möglich, sich einen Eindruck zu verschaffen über eine artgerechte und saubere Haltung der Koi und über deren Erscheinungsbild. Wichtig ist es beispielsweise, dass in den Becken der Anbieter keine Koi auffallen, die krank wirken oder die gar tot sind. Auch sollten sich im Becken eines Anbieters keine Koi finden, die sich am Beckenboden aufhalten und ihre Flossen angelegt haben. Gesunde Koi weisen glänzende Farben auf; liegt auf der Körperoberfläche von Koi bei einem Anbieter ein weißer Schleier, so spricht dies gegen die Unversehrtheit der Tiere; meist sind betroffene Koi von einem Ektoparasiten befallen, der sich vor allem während eines Transports sehr rasch weiter ausbreiten kann. Die Körperformen der Koi sollten harmonisch sein; bei gut gepflegten Koi ist der Körper etwa in der Regel nicht schmaler als der Kopf.

Das Wasser, in dem die Koi gehalten werden, sollte klar und frei von unangenehmen Gerüchen sein. Ist ein Geruch von Ammoniak wahrzunehmen, ist das in den meisten Fällen ein Zeichen dafür, dass die Filteranlage eines Anbieters nicht einwandfrei funktioniert. Das hat unter anderem negative Folgen für die Sauberkeit des Wassers, in dem die Koi gehalten werden. Vorteilhaft ist es außerdem, wenn in den Becken von Anbietern jeweils nicht zu viele Koi gehalten werden. Leben die Koi auf zu engem Raum, so kann das bei den Fischen zu Stress und damit zu einer eventuellen Schwächung der Gesundheit führen. Ob Koi ein hohes Stresslevel aufweisen, lässt sich besonders gut an weiß gefärbten Körperpartien der Tiere erkennen: Weisen diese Partien einen rosafarbenen Schimmer auf, so spricht dies für ein hohes Stresslevel. Die rosafarben erscheinende Optik geht auf Blutgefäße unter der Haut des Fisches zurück, die auf Stress reagieren.

Um festzustellen, ob ein Anbieter von Koi kompetent ist, können ihm beispielsweise Fragen gestellt werden zu Varietäten bei Koi. Kann ein Anbieter sich zu dieser Thematik nicht äußern, ist meist davon auszugehen, dass er mit der Materie der Koi nicht ausreichend vertraut ist. Auch können etwa nähere Informationen zu Erkrankungen und Parasiten erfragt werden, von denen Koi betroffen sein können. Diese Nachfrage kann ebenfalls dazu beitragen, einen Einblick in die Fachkompetenz eines Züchters/Händlers zu erhalten. Eine wichtige Komponente bei der Entscheidung für einen Anbieter kann darüber hinaus die sein, ob es zu den Dienstleistungen eines Anbieters zählt, im Falle von auftretenden Komplikationen bei einem erstandenen Koi vor Ort Hilfe zu leisten.

Schließlich sollte bei einem Züchter/Händler die Wassertemperatur erfragt werden, die in dessen Koi-Becken herrscht; von Bedeutung ist das deshalb, weil die Differenztemperatur zwischen dem Becken des Anbieters und dem Becken, in dem der Koi später leben soll, nicht größer sein sollte als 3°C.

Ist die Entscheidung für einen Anbieter und einen bestimmten Koi gefallen, so ist es ratsam, diesen Koi vor dem endgültigen Kauf genauestens zu betrachten hinsichtlich möglicher Krankheitsanzeichen: Zu solchen Anzeichen zählen etwa sichtbare Verletzungen, Schuppen, die nicht ebenmäßig am Koi anliegen, sondern vom Körper abstehen oder auch deformierte bzw. eingeklemmte Flossen. Da im Becken ein Koi in der Regel vor allem von oben betrachtet werden kann, ist es außerdem sinnvoll, sich den Bauchbereich des ausgewählten Koi zeigen zu lassen, um möglicherweise zunächst übersehene Verletzungen entdecken zu können. Eine Kaufentscheidung sollte nicht bezweifelt werden, wenn sich die Koi im Becken eines Anbieters scheu verhalten. Dies kann durchaus vorkommen, da die Tiere die Erfahrung gemacht haben, dass häufig Fische aus dem Becken entnommen werden.

Nach dem Koi-Kauf beim Züchter/Händler

Ist der Kauf eines Koi erfolgt, so gilt es nun noch, den erstandenen Fisch wohlbehalten in seinen künftigen Lebensraum zu transportieren. Eine gute Transportmöglichkeit stellt hier beispielsweise eine wasserdichte Kiste aus Styropor dar, die natürlich der Größe des erstandenen Fisches entsprechen sollte. In eine solche Kiste kann die Tüte gebettet werden, in die ein gekaufter Koi in der Regel durch den entsprechenden Händler oder Züchter gesetzt wird. Wird der Koi in die Transporttüte gegeben, so sollte darauf geachtet werden, dass der Anbieter während des Verpackens zunächst Restluft aus der Tüte lässt, um diese anschließend mit reinem Sauerstoff zu füllen. Wurden mehrere Tiere erstanden, so empfiehlt es sich, zu Transportzwecken nicht zu viele Tiere gemeinsam in einer Tüte zu verpacken; teilen sich zu viele Koi eine Transporttüte, so besteht die Möglichkeit, dass die Tiere während des Transports aneinanderstoßen und Verletzungen davontragen.

Bevor die neu erstandenen Koi schließlich nach dem Transport ihren neuen Lebensraum beziehen können, raten Experten dazu, die Tiere zunächst in ein Quarantänebecken zu setzen. So soll gewährleistet werden, dass sich eventuelle Keime, welche die Tiere aus dem Becken des Züchters/Händlers an sich tragen, nicht in den Kreislauf des zukünftigen Lebensraums der Koi geraten. Aus dem gleichen Grund wird auch davon abgeraten, die Tiere mitsamt des Transportwassers in den Quarantänebehälter zu geben; das Transportwasser sollte möglichst nicht mit dem Wasser im Quarantänebehälter vermischt werden.

Geeigneter Zeitpunkt des Koi-Kaufs beim Züchter/Händler

Soll für den Kauf eines Koi, der aus Asien importiert wurde, ein besonders geeigneter Zeitraum gewählt werden, so liegt dieser in der Regel zwischen Beginn des Monats März und Ende des Monats April. Hintergrund hierfür ist der, dass junge Koi in Asien in der Regel jeweils im Oktober bzw. November eines Jahres den Naturteichen entnommen werden, um sie für den Versand nach Europa vorzubereiten. Hierbei durchläuft ein Koi viele verschiedene Quarantäne-, Zwischen- und Transportbehälter, bis er schließlich seinen Bestimmungsort in Europa erreicht hat. Für einen Koi bedeutet diese Zeitspanne Stress, denn jeder Behälterwechsel bedeutet gleichzeitig auch immer ein erneutes Anpassen an vorherrschende Wasser- und Lichtverhältnisse sowie Temperaturen. Dies kann dazu führen, dass ein Koi nach seiner Ankunft beim europäischen Anbieter zunächst nicht von robuster Gesundheit und körperlich noch geschwächt ist.

Im Becken des Anbieters angelangt, hat der Koi nun die Möglichkeit, sich zu akklimatisieren und sich aufgrund eines konstanten Lebensraumes auch wieder zu stabilisieren. Ein Koi, der im März bzw. April gekauft wird, weist in der Regel einen wieder vergleichsweise robusteren Gesundheitszustand auf. Davon abgesehen bringt ein früherer Kauf eines Koi auch die Nachteile mit sich, dass die europäischen Außentemperaturen noch relativ niedrig sind und ein erstandener Koi daher häufig noch nicht in seine zukünftige Außenanlage gesetzt werden kann.

Die Außentemperaturen spielen auch eine Rolle bei der Tatsache, dass häufig von einem Koi-Kauf im Spätsommer abgeraten wird: Kommen die Tiere erst jetzt in ein Außenbecken, haben sie häufig nicht mehr ausreichend Zeit, um sich zu akklimatisieren bzw. um sich ein ausreichendes Polster für kältere Temperaturen anzufressen. Bei diesen Koi besteht daher die Gefahr, dass sie empfindlich auf erste Temperaturabfälle im Herbst reagieren und vielleicht sogar eingehen.

Koi online kaufen

Besonders dann, wenn ein Koi online gekauft werden soll, ist es wichtig, sich vor einem Kauf ausführlich hinsichtlich der Qualität eines gewählten Anbieters zu versichern. Experten empfehlen dann zunächst, bereits vor Kaufabschluss die Zusendung aller für einen Koi-Kauf notwendigen Dokumente anzufordern. Diese Dokumente umfassen zunächst Unterlagen zur Herkunft eines Tieres, ein Gesundheitszeugnis und einen Nachweis darüber, dass bei dem zu erwerbenden Tier eine notwendige Virenuntersuchung auf KHV, den Koi-Herpes-Virus, durchgeführt wurde. Letzteres ist wichtig, da es sich beim Koi-Herpes-Virus um eine gefährliche Erkrankung handelt, die in schweren Fällen zum Tod des Tieres führen kann. Um Komplikationen beim späteren Versand des erstandenen Tiers zu vermeiden, sollten außerdem alle Unterlagen zur Zollabwicklung angefordert werden.

Vor einem endgültigen Kaufabschluss kann es schließlich noch wichtig sein, sich zu erkundigen, ob ein Anbieter vor dem Versand eines Koi verschiedene Standards einhält: So ist es beispielsweise in der Regel üblich, dass der Anbieter Koi vor deren Verkauf in Quarantänebecken hält und dass er die Fische innerhalb von 24 Stunden vor erfolgendem Transport nicht mehr füttert; Letzteres ist unter anderem darum wichtig, weil es auf diese Weise während des Transports zu einer weniger großen Belastung des Wassers durch Ausscheidungen des Koi kommt. Ist der Koi in Empfang genommen, so sollte das Tier unmittelbar auf mögliche Verletzungen geprüft werden, die sich während des Transports ereignet haben können. Ist ein solcher Fall eingetreten, kann (falls notwendig) zeitnah interveniert werden.