Arowana - der Drache

Die Wintermonate sind wohl die trostloseste Zeit für jeden Teichbesitzer. Vorbei sind die schönen Abende am Teich, dass tägliche Füttern der Fische, denn nun ist alles auf Winterruhe eingestellt. So manch einer denkt darüber nach, was eine zusätzliche Alternative in dieser „fischlosen Zeit“ wäre! Für einen richtigen Koi-Liebhaber nicht einfach, da die Ansprüche, wie Größe und Ästhetik, nicht unbedingt in das Bild eines Aquariums passen. Aber da war doch mal was! Ja, genau genommen vor über ca. 150-200 Millionen Jahre! Denn so lange gibt es schon „Arowana“, oder auch Drachenfisch genannt. Fossile aus der Jurazeit, in der auch Dinosaurier lebten, gaben Hinweise darauf, wie alt der Fisch tatsächlich ist. Im Laufe der Evolution hat sich der Arowana bis heute kaum verändert, was sehr bemerkenswert ist. Der Arowana ist in Südamerika, Afrika, Australien und Asien beheimatet. In Südamerika nennt man ihn „König des Amazonas“, wo er bis zu 3 m werden kann und zwischen 20-30 kg wiegt. Die asiatischen Arowana sind dagegen viel kleiner (60-90 cm) und farbintensiver. Sein stromlinienförmiger Körper mit knochigem Kopf, einem riesigen Maul, bei dem die Zunge aus Zahnknochen (knochige Zunge) besteht, mit der gegen die Zähne des Gaumens gebissen wird, zeigt deutlich auf, dass es sich um einen sehr besonderen Raubfisch handelt. Seine großen Augen sind auf der Jagd nach Beute unübertrefflich an Genauigkeit, wodurch Wissenschaftler davon ausgehen, dass Arowana das beste Sehvermögen unter allen Fischen besitzen. Arowana sind tag- und nachtaktive Räuber, die unmittelbar unter der Wasseroberfläche jagen. Die an der Unterlippe liegenden, gegabelten Barteln, dienen als Geruchsorgan und können durch leichtes Anheben des Kopfes an die Wasseroberfläche gebracht werden. Unter Wasser kann er bis zu 40 km/h durch seine pure Muskelkraft erreichen, um Beute wie Vögel und Insekten von Sträuchern und Bäumen durch einen raketenartigen Sprung aus dem Wasser zu fangen. Dabei kann eine Höhe von bis zu 6 m erreicht werden. Auch besitzt er die Fähigkeit, sich auf der Stelle um 180° zu drehen.
Der mysthische Glaube
Im chinesischen Glauben symbolisiert der Drache Macht und Stärke sowie Glück und Wohlstand. Viele Feng Shui Meister glauben, dass die goldenen Arowana die Fähigkeit besitzen Übel und Unglück vom Besitzer abzuhalten. Das majestätische Verhalten, die außergewöhnlichen Brustflossen und die Schönheit mit ausgeprägten, reflektierenden Schuppen des Arowana, ähnelt dem eines Drachen. Bei asiatischen Geschäftsleuten ist der „Dragon Fish“ so beliebt, dass er in vielen Büros zu Hause ist, um ein wohlhabendes und wachsendes Geschäft aufrecht zu erhalten.
Arowana stehen unter Naturschutz und sind teilweise schon vom Aussterben bedroht, insbesondere der Golden Arowana. In Laufe der 70er Jahre entstanden erste Zuchtfarmen in Asien, um ein legales Angebot zu schaffen. Bis heute unterliegt der gezüchtete Arowana strengen Einfuhrauflagen, wie Cites-Papiere und Micro Chip, die jedem einzelnen Tier implantiert und per Zertifikat zugewiesen werden. Der aufwendige Beschaffungsaufwand ist sicherlich ein Grund dafür, warum Arowana selten in Europa angeboten werden.
Da die Zucht aufwendig ist, und die Nachfrage groß, haben Arowana einen Preis, der durchschnittlich über dem eines Koi liegt. In freier Wildbahn halten sich Arowana in weitflächigen Gebieten auf, die jeweils ein Revier beanspruchen. Es sind territoriale Tiere, die durch Beißen oder Schlagen mit dem Körper stets ihr Revier verteidigen. Zur Paarung (geschlechtsreif im Alter von 1,5-2 Jahren) bauen sie sich ein kreisförmiges Nest in den Schlamm, in dem das Weibchen die Eier legt. Durchschnittlich sind es 15-30 Eier, die dann vom männlichen Tier befruchtet werden. Eier, die dann vom männlichen Tier befruchtet werden. Nach der Befruchtung brütet das männliche Tier die Eier ca. 6-8 Wochen im Maul aus. In der Zucht werden im Abstand von wenigen Wochen die Fische gefangen und überprüft, ob das Männchen Eier im Mund hat. Wenn dies der Fall ist, kommen die Männchen in einen separaten Teich. Dann wählt der Züchter den richtigen Zeitpunkt aus, um die Jungen aus dem Maul zu entnehmen. Durch diese Vorgehensweise magert das Männchen nicht so stark ab und kann sofort wieder mit der Nahrungsaufnahme beginnen.
Die beliebten asiatischen Arowana werden durchschnittlich ca. 60-90 cm groß. Darüber muss man sich schon beim Kauf eines Jungtieres im Klaren sein. Das bedeutet, bei einer artgerechten Haltung sollte das Aquarium die dreifache Länge eines erwachsenen Arowana erfüllen. Die Breite sollte ein- bis eineinhalb mal die des Fisches entsprechen. Da Arowana an der Oberfläche jagen, ist die Tiefe nicht ganz so entscheidend, wodurch 60-80 cm völlig ausreichend sind. Befolgt man diesen Ratschlag, kann von einer Mindestgröße von 2 Meter Länge ausgegangen werden. Arowana sind Raubfische, die ihr Territorium verteidigen. Sollten Sie mehrere Arowana halten wollen, ist ein sehr großes Aquarium erforderlich, da sich sonst die Tiere gegenseitig bekämpfen, was zu starken Verletzungen bis hin zum Tod führen kann. In freier Wildbahn springen Arowana mehrere Meter aus dem Wasser, um Beute, wie Insekten oder Vögel, zu jagen. Durch dieses Verhalten ist es wichtig, die Abdeckung des Aquariums so zu sichern, dass der Fisch nicht raus springt oder sich verletzt. Die Erscheinung und Präsenz eines großen Arowana im Aquarium ist einzigartig. Eine aufwendige Deko ist sicher nur für den Besitzer eine Überlegung, aber nicht für den Arowana. Wie bereits mehrfach erwähnt, sind sie Oberflächenräuber und schwimmen dadurch ständig oben. Dadurch ist keine Deko erforderlich, zumal sich der Fisch bei der Futteraufnahme an Wurzeln oder Steinen verletzen könnte.
Grundsätzlich sind Arowana sehr robuste Fische. Jedoch sollte auf Grund der starken Fütterung ein ausreichendes Filtersystem an das Aquarium angeschlossen sein, um Ammoniak oder im Anschluss hohe Nitritwerte zu vermeiden. Der ideale PH-Wert liegt bei 6.5 bis 7,5 PH, bei einer Wassertemperatur von 27-29 Grad. Anfänglich sind Arowana recht wählerisch, was die Art des Futters anbelangt. Sind sie jedoch einmal an ein Futter gewöhnt, ist ihr Appetit kaum zu stillen. Jungtiere sollten zwei- bis dreimal täglich gefüttert werden. Ältere Tiere einmal pro Tag. Bei einer Wassertemperatur von 29-31 Grad ist der Stoffwechsel erhöht, so dass mehr gefüttert werden kann und somit ein schnelleres Wachstum erzielt wird. Ideales Futter sind gefrorene Stinte, Mehlwürmer, Zophobas, Maden, Würmer, Shrimps, Gambas, Heuschrecken sowie Arowana Sticks oder Pellets.
Wer einmal Arowana „live“ gesehen hat, wird schnell in den Bann dieser mysthischen und gleichzeitig ästhetischen Tiere gezogen. Das phantastische Farbspektrum lässt dabei keine Wünsche offen. Besonders beliebt unter den Haltern sind die „Red Arowana“. Die roten Arowana leben auf den indonesischen Kalimanten. So ist es nicht verwunderlich, dass Indonesien die besten Red Arowana züchtet. Ihr Wachstum erreicht normalerweise ca. 60 cm. Aber es gibt auch Ausnahmen, die bis zu 90 cm werden. Die Bekanntesten ihrer Art sind Blood Red, Super Red und Chilli Red. Der asiatische Red Arowana ist einer der begehrtesten Fische. Sehr teuer ist der „Cross Back Golden“ welcher in Malaysia, Sumatra, Indonesien, Thailand und Vietnam beheimatet und bereits vom Aussterben bedroht ist. Ausgewachsen schimmern sie hell golden, insbesondere die Kiemendeckel. Daher ist diese Art sehr begehrt bei Sammlern. Die besten Zuchttiere stammen dabei aus Malaysia. Im Stadium des Heranwachsens sind die Farben gelb bis grünlich. Das durchschnittliche Wachstum liegt bei 60-80 cm. In Asien ist der Golden Arowana äußerst beliebt, da er Glück bringen soll und das Unheil abwendet. Günstigere Varietäten sind Green, Second red oder Red Tail Golden Arowana. Kauft man einen kleinen Fisch mit ca. 15 cm sind die Preise noch erschwinglich, zumal bei idealen Voraussetzungen innerhalb eines Jahres schnell die 30-40 cm Marke erreicht wird. Leider ist bei den jungen Arowana die Farbentwicklung noch nicht ausgeprägt um sagen zu können, wie intensiv sich die Qualität der Farbe entwickelt.
Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Arowana bei einem ausreichend großen Aquarium sehr einfach zu halten sind und sicherlich ein Highlight in jeder Wohnung oder Büro darstellen. Ein Fisch der keine Winterruhe kennt!
